Vergangene Ausstellung
Bettina Gruber
16.07.2009 bis 06.10.2009
Bettina Gruber
Auf dem Weg. Und Retour.
Videoinstallationen
16.7. – 2.10.09
Zur Zeit ist die Besichtigung der Ausstellung nur nach vorheriger telefonischer Voranmeldung möglich.
Tel 0221 2718506
Öffnungszeiten Di bis Fr 10 - 13; Sa 11 - 14 Uhr
Anlässlich der Düsseldorf-Cologne Open Galleries 09 ist die Galerie geöffnet:
Freitag, 4.9. 18 - 22 Uhr
Samstag, 5.9.12 - 19 Uhr
Sonntag, 6.9. 12 - 16 Uhr
Pressetext
BETTINA GRUBER ist die international renommierteste Kölner Video- und Fotokünstlerin, die eine ganz eigene poetische Position in der Videokunst seit den 70er Jahren vertritt. Ihre Videos gewannen verschiedene Preise wie den Marler Video-Preis und das Video "Gli Davidi" (1976) wurde 2008 für ein Projekt vom Museum of Modern Art New York ausgewählt.
Sie reflektiert in ihren hier ausgestellten neuen Videoarbeiten (2008/ 2009) Zeit und Vergänglichkeit in einem pseudo- religiösen Kontext durch die Versinnbildlichung von abstrakten Begriffen in Form bildlicher Gleichnisse. So beinhaltet das Video "Auf dem Weg. Und Retour" gleich drei in sich geschlossene Sequenzen von Wallfahrten zu neuen Heiligen.
"Auf dem Weg zur Klause des Angelus Absentius mit der Bitte um Vergeßlichkeit" wird gefolgt von "Auf dem Weg zur Grotte der Donna Vanitatia mit der Bitte um Vergeblichkeit" und gipfelt in der Suche "Auf dem Weg zum Grab des Seligen Ephemerio mit der Bitte um Vergänglichkeit". Die drei Begriffe "Vergesslichkeit", "Vergeblichkeit" und "Vergänglichkeit" beinhalten eine Steigerung: Während die Vergesslichkeit eine Eigenschaft ist, die vom Menschen durch seine eigene Disziplin und Lebensweise beeinflusst werden kann, nimmt dieser Einfluß bei den beiden anderen Begriffen immer weiter ab und überlässt ihn seinem Schicksal und der Natur. In den einzelnen Videosequenzen werden diese Pilgerwege von unterschiedlichen Gestalten und einem Hund zurückgelegt und von Vogelgezwitscher, Schlurf- und Hüpfgeräuschen begleitet.
Bettina Grubers Bilder erfassen die Flüchtigkeit der Dinge. Sie knüpft mit dieser letzten Sequenz wieder an ihr altes Thema, an das japanische Prinzip des "mono no aware" an, der Lust an der Schönheit der Dinge und gleichzeitigen Wehmut angesichts ihrer Vergänglichkeit.
In ihrer Video-Arbeit "Nachlese" variiert sie Themen wie Erinnerung, Zeit und Zeitlosigkeit. Zugleich verweist er auf eine Welt jenseits der sichtbaren Welt. In dem Film "Der Abflug verspätet sich nur um wenige Minuten" schaukelt reine Lebensfreude.
Last not least – inszeniert Bettina Gruber ein Wechselspiel in der Ausstellung: es ist eine Gegenüberstellung des Gemäldes"Lady Ann Stringer" von Michael Dale, einem englischen Royal Academy Maler aus der in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und einer schwarz-weiß Fotografie einer Dame in zotteligem Pelz mit Hund.
Während die Dame auf dem Portrait von Michael Dale den für die Zeit typischen kleinen Hund auf dem Schoß hält, verschmilzt ein neben ihr liegender, wolfsähnlicher Hund mit dem Pelz der Dame in schwarz-weiß.
Obwohl Lady Ann Stringer durch eine technische Raffinesse des Malers den Betrachter von jeder Perspektive aus anschaut, nehmen dennoch die beiden Damen keinen Blickkontakt auf, da die Dame in schwarz-weiß geheimnisvoll die Augen niederschlägt.
Dr. Claudia Delank
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