{"id":183,"date":"2013-04-24T13:27:55","date_gmt":"2013-04-24T11:27:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.delank.com\/delank\/?p=183"},"modified":"2016-06-07T13:46:18","modified_gmt":"2016-06-07T11:46:18","slug":"asobi","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.delank.com\/delank\/asobi\/","title":{"rendered":"ASOBI"},"content":{"rendered":"<p><strong>Japanische Spielkultur von der Edo-Zeit (1603\u20131868) bis heute \u2014 Malerei, Fotografie, Farbholzschnitte, Kreisel und Designer-Toys<\/strong><\/p>\n<p><em>Ausstellung<\/em><br \/>\n24.04.2013 \u2014 15.06.2013<br \/>\nGalerie Claudia Delank | Bleibtreustr. 15\u201316, 10623 Berlin<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-189\" src=\"http:\/\/www.delank.com\/delank\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/130425_hauptbild.jpg\" alt=\"130425_hauptbild\" width=\"390\" height=\"399\" srcset=\"http:\/\/www.delank.com\/delank\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/130425_hauptbild.jpg 390w, http:\/\/www.delank.com\/delank\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/130425_hauptbild-293x300.jpg 293w\" sizes=\"(max-width: 390px) 100vw, 390px\" \/><\/p>\n<p>Die japanische Spielkultur (<em>asobi<\/em>), die wir heute als Manga, Anime, Kawaii-Kult und Designer Toys kennen geht in Japan bis ins 8. Jahrhundert zur\u00fcck. Im \u00e4ltesten historischen Quellenwerk <em>Nihonshoki<\/em>, werden Kreisel (<em>koma<\/em>) als Vergn\u00fcgen der Krieger erw\u00e4hnt. <em>Koma<\/em> ist auch eine Bezeichnung eines alten koreansichen Staates und <em>koma tsukuri<\/em> sind vergn\u00fcgliche Dinge aus dem Lande <em>koma<\/em>. Bis zum Anfang des 17. Jahrhunderts dienten die Kreisel vor allem Adeligen zum Vergn\u00fcgen. Ihre gro\u00dfe Popularit\u00e4t und Bl\u00fctezeit erlangten die Kreisel in der Edo-Zeit (1603-1868).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-190\" src=\"http:\/\/www.delank.com\/delank\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/130425_1.jpg\" alt=\"130425_1\" width=\"399\" height=\"389\" srcset=\"http:\/\/www.delank.com\/delank\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/130425_1.jpg 399w, http:\/\/www.delank.com\/delank\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/130425_1-300x292.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 399px) 100vw, 399px\" \/><\/p>\n<p>Zur Vergn\u00fcgungskultur der Edo-Zeit geh\u00f6rte das Kreiselspiel, vor allem die Schaustellerische Variante der Kreiselakrobaten. Sie lie\u00dfen Kreisel auf den Zacken eines F\u00e4chers oder ein Seil tanzen. Ihre Kunstfertigkeit mit gro\u00dfen Kreiseln aus Lack f\u00fchrten sie in Schaubuden der Vergn\u00fcgungsviertel vor. In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts konnte man ihre Nachfahren noch in japanischen Kaufh\u00e4usern oder kleinen Varietetheatern bewundern. Ein weiterer Vergn\u00fcgungsaspekt war das Wetten mit Kreiseln. Wie beim Roulette wurde Geld auf Zahlen und Symbole gesetzt. In der Edo-Zeit entwickelte sich auch das Spiel mit sogenannten Kampfkreiseln (<em>kenkagoma<\/em>) zum beliebten Knabensport aller St\u00e4nde. Darstellungen aus zeitgen\u00f6ssischen Farbholzschnitten zeigen vor allem Samurai-Knaben bei diesem Sport. Hierin zeigt sich nach den Ausf\u00fchrungen des Kunsthistorikers Johan Huizingas in seinem Buch <em>Vom Ursprung der Kultur im Spiel<\/em>. Ein mehr religi\u00f6s motivierter Brauch war das Kreiselspiel an Neujahr, das in der Edo-Zeit nach dem Mondkalender Mitte Februar gefeiert wurde. So wie man Drachen zu Neujahr steigen lie\u00df, so drehte man Kreisel als gl\u00fcckbringendes Omen, je l\u00e4nger sie drehten desto besser das Omen. In der Mitte der Edo-Zeit entfaltete sich im 18. Jahrhundert der gro\u00dfe Formenreichtum der sogenannten <em>Edo-goma<\/em>, die \u00fcber die reine Drehfunktion der Kreisel hinausging. Flieh- und Schwerkraft sowie Reibung inspirierten die Kreiselmeister zu immer neuen Erfidnungen: Balance-, Herausspring-, M\u00e4rchenkreisel, Tellerakrobaten und Lampiongespenster \u2013 um nur einige zu nennen. Wenn ein Kreisel sich so schnell dreht, dass man die Drehung selbst nicht mehr wahrnimmt, dann sagt man in Japan, dass &#8222;er schl\u00e4ft&#8220;. Die Gleichzeitigkeit von Bewegung und Stillstand l\u00e4sst sich auch mit den Worten des Dichters T. S. Eliot aus dem Gedicht <em>Burnt Norton<\/em> (1936) umschreiben: &#8222;There would be no dance and there is only the dance&#8220;.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-191\" src=\"http:\/\/www.delank.com\/delank\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/130425_goga4.jpg\" alt=\"130425_goga4\" width=\"299\" height=\"399\" srcset=\"http:\/\/www.delank.com\/delank\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/130425_goga4.jpg 299w, http:\/\/www.delank.com\/delank\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/130425_goga4-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 299px) 100vw, 299px\" \/><\/p>\n<p>Seit Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts werden Kreisel zunehmend als Sammelobjekte gesch\u00e4tzt und gef\u00f6rdert. Eine Auswahl von <em>Edo-goma<\/em> aus den 80er Jahren bilden den Kern der Ausstellung als Vorl\u00e4ufer der Designer Toys und Anime Figuren, die mit einigen Exemplaren vertreten sind. Malerei von Ogata Gekko, Farbholzschnitte von Hokusai und der Utagaewa Schule, Yokohama-Photographie, Pokemon von Kazue Yoshikawa, die Tuschemalerei <em>Das Vergn\u00fcgen der Fr\u00f6sche<\/em> eines anonymen Malers runden die Ausstellung ab.<\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-183 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<img width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.delank.com\/delank\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/130425_Danbo3web-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" \/>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<img width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.delank.com\/delank\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/130425_Danbo1web-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" \/>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<img width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.delank.com\/delank\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/130425_Danbo2web-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" \/>\n\t\t\t<\/div><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Japanische Spielkultur von der Edo-Zeit (1603\u20131868) bis heute \u2014 Malerei, Fotografie, Farbholzschnitte, Kreisel und Designer-Toys Ausstellung 24.04.2013 \u2014 15.06.2013 Galerie Claudia Delank | Bleibtreustr. 15\u201316, 10623 Berlin Die japanische Spielkultur (asobi), die wir heute als Manga, Anime, Kawaii-Kult und Designer Toys kennen geht in Japan bis ins 8. 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