{"id":213,"date":"2012-09-28T15:59:51","date_gmt":"2012-09-28T13:59:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.delank.com\/delank\/?p=213"},"modified":"2016-06-09T16:17:02","modified_gmt":"2016-06-09T14:17:02","slug":"point-of-departure","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.delank.com\/delank\/point-of-departure\/","title":{"rendered":"Point of Departure"},"content":{"rendered":"<p><strong>Yuji Takeoka, Toshihiko Mitsuya<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Ausstellung<\/strong><\/em><br \/>\n28.09.2012 \u2014 05.01.2013<br \/>\nGalerie Claudia Delank | Bleibtreustr. 15\u201316, 10623 Berlin<br \/>\nDie Ausstellung ist Dienstag\u2013Freitag von 14 bis 18 Uhr ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<p><em><strong>Vernissage<\/strong><\/em><br \/>\n27.09.2012 | 19:00 Uhr<br \/>\nMusikalische Begleitung durch das<em>\u00a0Berlin-Tokyo Quartet<\/em> (Tokyo Tsuyoshi, 1. Violine; Moti Pavlov, 2. Violine; Eri Sugita, Viola; Ruiko Matsumoto, Cello)<br \/>\nEinf\u00fchrung in die Ausstellung durch Dr. Alexander Hofmann, Kurator f\u00fcr Japanische Kunst, Museum f\u00fcr Asiatische Kunst, Berlin<\/p>\n<p><em><strong>Performance<\/strong><\/em><br \/>\n31.10.2012<br \/>\nDie Skulptur von Toshihiko Mitsuya wurde\u00a0vor der Galerie Claudia Delank in der Bleibtreustra\u00dfe, vor dem Neuen Pavillon im Schloss Charlottenburg, vor dem Schloss Bellevue, auf der Lutherbr\u00fccke und am Washingtonplatz vor dem Berliner Hauptbahnhof gezeigt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-214\" src=\"http:\/\/www.delank.com\/delank\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/120927_website.jpg\" alt=\"120927_website\" width=\"399\" height=\"449\" srcset=\"http:\/\/www.delank.com\/delank\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/120927_website.jpg 399w, http:\/\/www.delank.com\/delank\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/120927_website-267x300.jpg 267w\" sizes=\"(max-width: 399px) 100vw, 399px\" \/><\/p>\n<p>Der transkulturellen Skulptur einer \u00fcberlebensgro\u00dfen Ritterfigur zu Pferde aus Aluminiumfolie des jungen japanischen K\u00fcnstlers Toshihiko Mitsuya (*1979), die D\u00fcrers (1471\u20131528) Radierung <em>Ritter, Tod und Teufel<\/em> thematisiert, stehen die minimalistischen Graphiken des international renommierten K\u00fcnstlers Yuji Takeoka (*1946) gegen\u00fcber. Die zentrale Figur in D\u00fcrers Radierung von 1513 ist ein Ritter in voller Montur auf einem Ross. Man beachte die feine anatomische Ausarbeitung des Pferdek\u00f6rpers, wie sie typisch f\u00fcr die Renaissancek\u00fcnstler ist, die sich f\u00fcr Naturwissenschaften und Anatomie interessierten. Wahrscheinlich wurde D\u00fcrer von Eindr\u00fccken seiner Italienreise beeinflusst, so entwarf er das Pferd nach einem selbstentwickelten, an Leonardo da Vinci (1452\u20131519) angelehnten Proportionskanon. Der japanische K\u00fcnstler Toshihiko Mitsuya hat in seiner Skulptur dem Material der Aluminiumfolie entsprechend auch viele Details eingearbeitet, allerdings nicht mimetisch der Radierung D\u00fcrers folgend, sondern er hat seine eigenen erfunden. Dabei ergibt sich ein typisch japanisches Gegeneinandersetzen verschiedener Muster wie der M\u00e4hne und der Schmuckdecke des Pferdes. Auch ist der Schwanz des Pferdes in einer alten japanischen Seilflechttechnik erstellt, sein K\u00f6rper durchbrochen und transparent. Zwei weitere, weniger vertrauenerweckende Begleiter des d\u00fcrerschen Ritters sind der Tod und der Teufel. Der Tod wird auf D\u00fcrers Radierung dargestellt als b\u00e4rtige, Gestalt mit Schlangenhaar auf einem klapprigen Pferd mit der Sanduhr als Vanitassymbol. Der Teufel ist eine Mischung aus verschiedenen Tieren. In Mitsuyas Skulptur sind Tod und Teufel in der Gestalt des Ritters verschmolzen. So ist ein Arm und ein Bein den R\u00f6hrenknochen nachgebildet, der Arm mit Armreifen geschm\u00fcckt. Seine Augenh\u00f6hlen symbolisieren den Tod. Mitsuyas Ritter tr\u00e4gt fliegenden B\u00e4nder, die chinesischen Reitern nachgebildet sind. Noch sitzt der Ritter stolz auf seinem Pferd, aber bald kann er Tod bringen und selbst den Tod erleiden. Der Ritter steht f\u00fcr die ein aktives, k\u00e4mpferisches Leben.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-215\" src=\"http:\/\/www.delank.com\/delank\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/120927_mitsuya3.jpg\" alt=\"120927_mitsuya3\" width=\"260\" height=\"448\" srcset=\"http:\/\/www.delank.com\/delank\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/120927_mitsuya3.jpg 260w, http:\/\/www.delank.com\/delank\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/120927_mitsuya3-174x300.jpg 174w\" sizes=\"(max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/p>\n<p>Yuji Takeokas minimalistischen Arbeiten konstrastieren mit der\u00a0narrativen Ritterfigur\u00a0Mitsuyas. Hier stehen die drei Quadrate f\u00fcr drei Aspekte des Lebens, Rot f\u00fcr die pralle Lebendigkeit, Schwarz f\u00fcr den Tod und Gold f\u00fcr Ruhm, Ehre und Luxus. Yuji Takeokas Werke sch\u00f6pfen ihre Kraft aus formaler Klarheit und der Aneignung von R\u00e4umlichkeit auf verschiedenen Ebenen. Zwar ist Takeoka der Minimal Art als Referenzpunkt verpflichtet, geht aber \u00fcber diese in Bezug auf die symbolische Aufladung der \u00c4sthetik weit hinaus. Das eigentliche Kunstwerk ergibt sich aus dem Zusammenspiel zwischen dem real fassbaren Objekt und dem Ausstellungskontext \u2013\u00a0den Museums- oder Galerier\u00e4umen \u2013\u00a0mit dem der K\u00fcnstler zudem zur Reflexion \u00fcber die Pr\u00e4sentation von Kunst anregt. Seit Mitte der 80er Jahre thematisiert Takeoka mit seinen Skulpturen Ausstellungsarchitektur wie z.B. leere Sockel, die befremdlich verlassen wirken und scheinbar noch auf ihr Kunstwerk warten. Mit dem Weglassen dessen, was der Betrachter\u00a0&#8222;eigentlich&#8220; im Museum erwartet, legt Takeoka gerade den Fokus auf dieses &#8222;Eigentliche&#8220; und doch Unsichtbare. Die durch Takeokas Werke so erschaffenen Leerstellen provozieren eine Erwartungshaltung beim Rezipienten, die zu einer nachhaltigen Reflexion \u00fcber das Gezeigte und das Vorenthaltene f\u00fchrt. Takeokas Sockel behandeln den Raum &#8222;als Form&#8220;. Es ist ein Raum, der die Grundlagen von Raum als Intuition entstehen l\u00e4sst, ein abstrakter Raum, in dem Dinge erscheinen und an der Schaffung s\u00e4mtlicher konkreter R\u00e4ume mitwirken. Wir haben es mit einer extrem gereinigten zur Schau stellenden Form der Pr\u00e4sentation zu tun.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-216\" src=\"http:\/\/www.delank.com\/delank\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/120927_takeoka2.jpg\" alt=\"120927_takeoka2\" width=\"314\" height=\"116\" srcset=\"http:\/\/www.delank.com\/delank\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/120927_takeoka2.jpg 314w, http:\/\/www.delank.com\/delank\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/120927_takeoka2-300x111.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 314px) 100vw, 314px\" \/><\/p>\n<p>In Takeokas Werken spielen das japanische &#8222;Ma&#8220; (das Dazwischen im zeitlichen und r\u00e4umlichen Sinn) und das &#8222;Mu&#8220; (das Nichts als Potentialit\u00e4t) eine wichtige Rolle. Auch in der projektierten Ausstellung arbeitet Takeoka mit der Negation bzw. der Absenz von Kunst, die dadurch selbst zum Kunstwerk wird. Als Material dienen Takeoka die Objekte des Ostasiatischen Museums. Mit seinen eigenen Kunstwerken erschafft Takeoka den Objekten einen Raum, in dem sie sich vor dem Auge des Betrachters neu definieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-213 gallery-columns-2 gallery-size-medium'><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<img width=\"215\" height=\"300\" src=\"http:\/\/www.delank.com\/delank\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/120927_mitsuya-reiter-215x300.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" srcset=\"http:\/\/www.delank.com\/delank\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/120927_mitsuya-reiter-215x300.jpg 215w, http:\/\/www.delank.com\/delank\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/120927_mitsuya-reiter.jpg 323w\" sizes=\"(max-width: 215px) 100vw, 215px\" \/>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<img width=\"215\" height=\"300\" src=\"http:\/\/www.delank.com\/delank\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/120927_mitsuya-reiter5-215x300.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" srcset=\"http:\/\/www.delank.com\/delank\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/120927_mitsuya-reiter5-215x300.jpg 215w, http:\/\/www.delank.com\/delank\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/120927_mitsuya-reiter5.jpg 323w\" sizes=\"(max-width: 215px) 100vw, 215px\" \/>\n\t\t\t<\/div><\/figure><figure class='gallery-item'>\n\t\t\t<div class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<img width=\"300\" height=\"202\" src=\"http:\/\/www.delank.com\/delank\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/120927_AP972318012332-300x202.jpg\" class=\"attachment-medium size-medium\" alt=\"\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" srcset=\"http:\/\/www.delank.com\/delank\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/120927_AP972318012332-300x202.jpg 300w, http:\/\/www.delank.com\/delank\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/120927_AP972318012332.jpg 400w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>\n\t\t\t<\/div><\/figure>\n\t\t<\/div>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Yuji Takeoka, Toshihiko Mitsuya Ausstellung 28.09.2012 \u2014 05.01.2013 Galerie Claudia Delank | Bleibtreustr. 15\u201316, 10623 Berlin Die Ausstellung ist Dienstag\u2013Freitag von 14 bis 18 Uhr ge\u00f6ffnet. 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