秘密の花園

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Secret Garden

Hans Peter Kuhn
Junko Wada

Hans Peter Kuhn, Richtungsweisend, 2017, Vierkanalvideo
Hans Peter Kuhn, Richtungsweisend, 2017, Vierkanalvideo

Ausstellung
11.09.2020 – 30.10.2020
Kunstraum Claudia Delank | Bleibtreustr. 15–16, 10623 Berlin
Nach Vereinbarung

Eröffnung anlässlich des Gallery Weekend
11.–13. September 2020 | 12–20 Uhr
Kunstraum Claudia Delank | Bleibtreustr. 15–16, 10623 Berlin

Performance im Garten
11. und 12. September 2020 | jeweils um 19:30
Nach Anmeldung (info@delank.com | +49 1713191612)

Maskenpflicht und Abstand 1,5 m

Fremdzuschreibungen sind auch für Junko Wada und Hans Peter Kuhn nichts Ungewöhnliches. Vielmehr sind sie Programm. Sowohl im Schaffen des Klangkünstlers Kuhn als auch in den Bildern der Tänzerin und Künstlerin Wada herrscht der Zufall. Wie zum Beweis deuten sie auf die großformatigen bunten Ölbilder von Wada, die in der gemeinsamen Schöneberger Altbauwohnung hängen. „Wir präsentieren keinerlei zusammenhängende Erzählung, lediglich Strukturen“, sagt Kuhn. Auch aus dieser bewussten Deutungsoffenheit heraus werden sie und ihr Schaffen zu Projektionsfläche für das Publikum.

„Wenn wir zusammenarbeiten, betrachten wir uns als Parallelen, die sich manchmal annähern, aber selbst dann eher überlagernde Ebenen darstellen“, ergänzt Wada. Ein Verständnis, dass beide vom Komponisten John Cage und seinem Lebenspartner, dem Tänzer Merce Cunningham, abgeschaut haben. In ihren gemeinsamen Arbeiten durfte jede Bewegung auf die andere folgen, jede Tonfolge war erlaubt. Offenheit und Autonomie – zwei Maximen, über die sich auch Wada und Kuhn als Künstlerpaar definieren.

„Sicherlich, wenn man komplett gegensätzliche Ansichten vertritt, dann ist es wohl schwierig auch mal miteinander zu arbeiten und beieinander zu bleiben“, sagt Kuhn. Die Unabhängigkeit auf ihren jeweiligen Feldern, die sich auch in der räumlichen Trennung ihrer Arbeitsorte zeigt, sei der Beziehung aber sehr zuträglich. „Sonst stünden wir in einem permanenten künstlerischen Wettbewerb“. Dazu kommt, dass Kuhn und Wada nicht die Muttersprache des jeweils anderen beherrschen. Meist kommunizieren sie auf Englisch. Auch das lasse Raum zwischen ihnen entstehen.

Über ein gemeinsames Projekt lernte sich das Paar Ende der neunziger Jahre kennen. Er komponierte damals die Musik. Sie tanzte dazu. Ihre erste Zusammenarbeit im damals noch existenten „Institut Unzeit“ war ausverkauft. Und kaum waren sie zusammen, schon drängte sich ein symbolträchtiges Bild auf: Einer gibt den Ton vor, die andere tanzt danach. Beide müssen darüber laut lachen. „Auch das gehört zur künstlerischen Offenheit dazu“, sagt Kuhn, „wir erlauben es anderen, sich ein Bild von dem zu machen, was sie in uns sehen wollen.“

Aus: Der Tagesspiegel, 07.09.2020
Hannes Soltau, Freiheit in der Symbiose. Liebe, Kreativität und Alltag. Wie Berliner Künstlerpaare ihr Leben gestalten

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External attributions are also not unusual for Junko Wada and Hans Peter Kuhn. Rather, they are the program. Chance rules both in the work of the sound artist Kuhn and in the paintings of the dancer and artist Wada. As if to prove it, they point to the large-format, colorful oil paintings by Wada that hang in the shared apartment in Schöneberg. “We’re not presenting any coherent narrative, just structures,” says Kuhn. This conscious openness to interpretation also turns them and their work into a projection surface for the audience.

„When we work together, we see each other as parallels that sometimes approach each other, but even then tend to be overlapping levels,“ adds Wada. An understanding that both copied from the composer John Cage and his partner, the dancer Merce Cunningham. In their joint work, each movement was allowed to follow the other, each sequence of notes was allowed. Openness and autonomy – two maxims that Wada and Kuhn use to define themselves as an artist couple.

“Certainly, if you have completely opposing views, then it is probably difficult to work with each other and stay together,” says Kuhn. The independence in their respective fields, which is also reflected in the spatial separation of their workplaces, is very beneficial to the relationship. “Otherwise we would be in permanent artistic competition”. In addition, Kuhn and Wada do not speak each other’s mother tongue. Most of the time they communicate in English. That too creates space between them.

The couple met through a joint project in the late 1990s. He composed the music back then. She danced to it. Their first collaboration in the then still existing “Institut Unzeit” was sold out. And no sooner were they together than a symbolic image imposed itself: one sets the tone, the other dances to it. Both have to laugh out loud about it. „That is also part of artistic openness,“ says Kuhn, „we allow others to get an idea of what they want to see in us.“

From: Der Tagesspiegel,  07.09.2020
Hannes Soltau, Freedom in symbiosis. Love, creativity and everyday life. How artist couples from Berlin shape their live

Junko Wada, Izumi-Quelle, 2010, Acryl auf Leinwand, 70 x 150 cm
Junko Wada, Izumi-Quelle, 2010, Acryl auf Leinwand, 70 x 150 cm
Junko Wada, Makura, 2019, Performance
Junko Wada, Makura, 2019, Performance