Tiger und andere Tiere

25 Jahre Galerie und Art Space Claudia Delank

Ausstellung
12.03.2021 – 07.05.2021
Kunstraum Claudia Delank | Bleibtreustr. 15–16, 10623 Berlin
Open by appointment | One on one viewing

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Die erste Ausstellung der Galerie Claudia Delank fand in Bremen im Januar 1996 statt «Tigerbilder aus Korea – Malerei und Graphik des 20. Jahrhunderts in der Minhua-Tradition». An diese erste Ausstellung knüpft die Jubiläums-Ausstellung an. Es werden einige Tigerbilder aus der ersten Bremer Ausstellung gezeigt, dazu ein Tiger aus Hokusais Manga, Tiere des Hamburger Künstlers Thomas Rieck, u. a. eine große Arbeit, die er als Stipendiat in der Villa Massimo 1985 gemalt hat, Insektenbilder von Milena Aguilar, Blätter aus dem Ehon Mushi Erabi, dem Insektenbuch von Kitagawa Utamaro,  japanische Rollbilder von Karpfen, die den Wasserfall hochspringen, Drachen des japanischen Bildhauer- und Installationskünstler Hachiro Iizuka, eine Drachenschlange des schamanistischen koreanischen Künstlers Kim Mansu, die west-östliche Begegnung eines Hundes mit einem Shishi aus Porzellan von Ulrich Tillmann, Schweine und Büffel von Hokusai, Fotografie und  Videos von Bettina Gruber sowie ein Kranich Triptychon von Alexa Daerr. Der Kranich ist ein Symbol für langes Leben in ganz Ostasien.

In der Presseerklärung der ersten Ausstellung , die am 26.1.1996 in Bremen eröffnet worden ist, heißt es: «Der Tiger ist das koreanische Nationaltier. Bis um 1900 war er in Korea heimisch, inzwischen ist er nach Sibirien gewandert. In der koreanischen Literatur und in den Legenden spielt er eine bedeutende Rolle. Er ist in diesen Geschichten nicht nur furchterregend dargestellt, traditionell galt der Tiger als Bote des Berggottes oder auch als dessen Personifikation. Der Tiger wird als das stärkste Tier angesehen und vor allem wegen seiner schützenden Kräfte verehrt. Nach buddhistischer Auffassung gelten Tiere in ihrem reinen Wesen als geistige Symbolde. Traditionell gibt es in Korea den Brauch, ein Tigerbild zum Schutz des Hauses neben die Haustür zu hängen. Dies soll den Bewohnern Glück, Kraft und langes Leben bringen. So sind neben dem Tiger die Kiefer als gutes Omen und die sogenannten Unsterblichkeitspilze für langes Leben gemalt. Alles Bilder sollen Glück, Schutz und Langes Leben bringen. Dazu gehört auch eine Auswahl von koreanischen Kkdu (gespr. Kokdu). Die mythischen Figuren – Tiere und Menschen aus Holz – gehören zur traditionellen koreanischen Begräbniszeremonie. Sie schmücken die Bahre und begleiten den Toten in die andere Welt. Darunter sind Musikanten mit ihren Instrumenten, Unterhaltungskünstler und Boten, die die Seele des Toten übernehmen. Sie begleiten ihn und leisten ihm Gesellschaft, bis er in die andere Welt eingegangen ist. Vorne und hinten an der Sänfte sind Drachen angebracht. Ihnen wird die Macht zugesprochen, böse Geister zu vertreiben. Die bunten Figuren aus Holz und Ton reiten auf glückbringenden Tieren wie Tigern, Pferden, Vögeln, Mischwesen aus Einhorn und Löwen oder Phönix. Wildgänse symbolisieren eheliche Harmonie und Hähne sind Vermittler zwischen der Welt der Lebenden und der der Toten. Auch wurden Holz- oder Tonfiguren den Toten mit ins Grab gegeben, so dass sie im Tod dieselben Besitztümer haben, wie im Leben. Je nach Status war die Menge der Grabbeigaben genau vorgeschrieben».

 

Tigers and other animals
25 years of Galerie and Art Space Claudia Delank

The first exhibition of the Claudia Delank gallery took place in Bremen in January 1996: «Tiger Pictures from Korea – Painting and Graphics of the 20th Century in the Minhua Tradition». The anniversary exhibition follows on from this first exhibition. Some tiger pictures from the first Bremen exhibition are shown, including a tiger from Hokusai’s manga, animals by the Hamburg artist Thomas Rieck and a large work that he painted as a scholarship holder at Villa Massimo in 1985, insect graphics by Milena Aguilar, double pages  from Ehon Mushi Erabi, the insect book by Kitagawa Utamaro from 1788, Japanese scrolls of carp jumping up the waterfall, dragons by the Japanese sculptor and installation artist Hachiro Iizuka, a snake dragon by the shamanistic Korean artist Kim Mansu, the west-east encounter of a dog with a shishi made of porcelain by Ulrich Tillmann, pigs and a buffalo by Hokusai, photography and videos by Bettina Gruber and a crane triptych by Alexa Daerr. The crane is a symbol of long levity in the whole Far East.

In the press release of the first exhibition, which opened in Bremen on January 26th, 1996, it says: «The tiger is the Korean national animal. He was at home in Korea until 1900, but has now migrated to Siberia. He plays an important role in Korean literature and legends. Not only is he terrifyingly portrayed in these stories, the tiger was traditionally seen as a messenger of the mountain god or as his personification. The tiger is considered to be the strongest animal and is especially revered for its protective powers. According to the Buddhist view, animals in their pure nature are considered spiritual symbols. Traditionally, there is a custom in Korea to hang a tiger picture next to the front door to protect the house. This is said to bring happiness, strength and long life to the residents. In addition to the tiger, the jaws are painted as a good omen and the so-called immortality mushrooms for longevity. All pictures should bring happiness, protection and a long life. This also includes a selection of Korean Kkdu (pronounced Kokdu). The mythical figures – animals and people made of wood – are part of the traditional Korean funeral ceremony. They decorate the bier and accompany the dead into the other world. Among them are musicians with their instruments, entertainers and messengers who take over the dead man’s soul. They accompany him and keep him company until he has entered the other world. Dragons are attached to the front and back of the litter. They are given the power to drive away evil spirits. The colorful figures made of wood or clay ride on lucky animals such as tigers, horses, birds, hybrids of unicorns and lions or phoenixes. Wild geese symbolize conjugal harmony and roosters are mediators between the world of the living and that of the dead. Wooden or clay figures were also given to the dead in the grave so that they could have the same possessions in death as in life. Depending on the status it was exactly prescribed amount of grave goods.

Ausstellungen Galerie und Art Space Claudia Delank
1996–2021

秘密の花園

秘密の花園
Himitsunohanazono
Secret Garden

Hans Peter Kuhn
Junko Wada

Hans Peter Kuhn, Richtungsweisend, 2017, Vierkanalvideo
Hans Peter Kuhn, Richtungsweisend, 2017, Vierkanalvideo

SECRET GARDEN. Performance von Junko Wada und Hans Peter Kuhn (31.10.2020)

Ausstellung
11.09.2020 – 31.10.2020
Kunstraum Claudia Delank | Bleibtreustr. 15–16, 10623 Berlin
Nach Vereinbarung

Eröffnung anlässlich des Gallery Weekend
11.–13. September 2020 | 12–20 Uhr
Kunstraum Claudia Delank | Bleibtreustr. 15–16, 10623 Berlin

Performance im Garten
11. und 12. September 2020 | jeweils um 19:30
Nach Anmeldung (info@delank.com | +49 1713191612)

Finissage mit Performance von Junko Wada
31. Oktober 2020 | 18 Uhr
Die Finissage findet unter Einhaltung der Abstandsregeln und mit Maske im Garten statt. Im Fall eines Lockdowns wird die Veranstaltung abgesagt. Teilnahmebeschränkung: 20 Personen.
Nach Anmeldung (info@delank.com | +49 1713191612)

Maskenpflicht und Abstand 1,5 m

Fremdzuschreibungen sind auch für Junko Wada und Hans Peter Kuhn nichts Ungewöhnliches. Vielmehr sind sie Programm. Sowohl im Schaffen des Klangkünstlers Kuhn als auch in den Bildern der Tänzerin und Künstlerin Wada herrscht der Zufall. Wie zum Beweis deuten sie auf die großformatigen bunten Ölbilder von Wada, die in der gemeinsamen Schöneberger Altbauwohnung hängen. „Wir präsentieren keinerlei zusammenhängende Erzählung, lediglich Strukturen“, sagt Kuhn. Auch aus dieser bewussten Deutungsoffenheit heraus werden sie und ihr Schaffen zu Projektionsfläche für das Publikum.

„Wenn wir zusammenarbeiten, betrachten wir uns als Parallelen, die sich manchmal annähern, aber selbst dann eher überlagernde Ebenen darstellen“, ergänzt Wada. Ein Verständnis, dass beide vom Komponisten John Cage und seinem Lebenspartner, dem Tänzer Merce Cunningham, abgeschaut haben. In ihren gemeinsamen Arbeiten durfte jede Bewegung auf die andere folgen, jede Tonfolge war erlaubt. Offenheit und Autonomie – zwei Maximen, über die sich auch Wada und Kuhn als Künstlerpaar definieren.

„Sicherlich, wenn man komplett gegensätzliche Ansichten vertritt, dann ist es wohl schwierig auch mal miteinander zu arbeiten und beieinander zu bleiben“, sagt Kuhn. Die Unabhängigkeit auf ihren jeweiligen Feldern, die sich auch in der räumlichen Trennung ihrer Arbeitsorte zeigt, sei der Beziehung aber sehr zuträglich. „Sonst stünden wir in einem permanenten künstlerischen Wettbewerb“. Dazu kommt, dass Kuhn und Wada nicht die Muttersprache des jeweils anderen beherrschen. Meist kommunizieren sie auf Englisch. Auch das lasse Raum zwischen ihnen entstehen.

Über ein gemeinsames Projekt lernte sich das Paar Ende der neunziger Jahre kennen. Er komponierte damals die Musik. Sie tanzte dazu. Ihre erste Zusammenarbeit im damals noch existenten „Institut Unzeit“ war ausverkauft. Und kaum waren sie zusammen, schon drängte sich ein symbolträchtiges Bild auf: Einer gibt den Ton vor, die andere tanzt danach. Beide müssen darüber laut lachen. „Auch das gehört zur künstlerischen Offenheit dazu“, sagt Kuhn, „wir erlauben es anderen, sich ein Bild von dem zu machen, was sie in uns sehen wollen.“

Aus: Der Tagesspiegel, 07.09.2020
Hannes Soltau, Freiheit in der Symbiose. Liebe, Kreativität und Alltag. Wie Berliner Künstlerpaare ihr Leben gestalten

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External attributions are also not unusual for Junko Wada and Hans Peter Kuhn. Rather, they are the program. Chance rules both in the work of the sound artist Kuhn and in the paintings of the dancer and artist Wada. As if to prove it, they point to the large-format, colorful oil paintings by Wada that hang in the shared apartment in Schöneberg. “We’re not presenting any coherent narrative, just structures,” says Kuhn. This conscious openness to interpretation also turns them and their work into a projection surface for the audience.

„When we work together, we see each other as parallels that sometimes approach each other, but even then tend to be overlapping levels,“ adds Wada. An understanding that both copied from the composer John Cage and his partner, the dancer Merce Cunningham. In their joint work, each movement was allowed to follow the other, each sequence of notes was allowed. Openness and autonomy – two maxims that Wada and Kuhn use to define themselves as an artist couple.

“Certainly, if you have completely opposing views, then it is probably difficult to work with each other and stay together,” says Kuhn. The independence in their respective fields, which is also reflected in the spatial separation of their workplaces, is very beneficial to the relationship. “Otherwise we would be in permanent artistic competition”. In addition, Kuhn and Wada do not speak each other’s mother tongue. Most of the time they communicate in English. That too creates space between them.

The couple met through a joint project in the late 1990s. He composed the music back then. She danced to it. Their first collaboration in the then still existing “Institut Unzeit” was sold out. And no sooner were they together than a symbolic image imposed itself: one sets the tone, the other dances to it. Both have to laugh out loud about it. „That is also part of artistic openness,“ says Kuhn, „we allow others to get an idea of what they want to see in us.“

From: Der Tagesspiegel,  07.09.2020
Hannes Soltau, Freedom in symbiosis. Love, creativity and everyday life. How artist couples from Berlin shape their live

 

Junko Wada, Izumi-Quelle, 2010, Acryl auf Leinwand, 70 x 150 cm
Junko Wada, Izumi-Quelle, 2010, Acryl auf Leinwand, 70 x 150 cm
Junko Wada, Makura, 2019, Performance
Junko Wada, Makura, 2019, Performance

Under Construction

Under Construction
Asako Tokitsu
Bildschirmfoto 2020-02-13 um 16.15.18

 

 

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Work in Progress

Artist Talk

Eröffnungsrede

Ausstellungsrundgang

Ausstellung
21.03.2020—05.06.2020
Kunstraum Claudia Delank | Bleibtreustr. 15–16, 10623 Berlin
Nach Vereinbarung

Eröffnung
21. März 2020 | 18 Uhr
Kunstraum Claudia Delank | Bleibtreustr. 15–16, 10623 Berlin
Wegen der Ausbreitung des Coronavirus findet die Eröffnung der Ausstellung am 21. März 2020 nicht statt.
As a cautionary measure due to the spreading of the coronavirus the opening on 21 March 2020 does not take place.

Artist Talk mit Asako Tokitsu und Dr. Alexander Hofmann (Museum für Asiatische Kunst, Berlin)
14. Mai 2020 | 18 Uhr
Kunstraum Claudia Delank | Bleibtreustr. 15–16, 10623 Berlin

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Due of the Corona crisis, we are pleased to announce that the exhibition Under Construction, Asako Tokitsu – Installation has been extended until 5th June 2020.

Asako Tokitsu was born in Tôkyô and has been living and working in Berlin since 2004.
Her artistic practice focuses on site-specific installations.
From 1989 to 1991, she studied Art and Art Theory at Tama Art University in Tôkyô and held various artist-in-residencies in Paris in the 1990ies. She exhibited internationally in renowned galleries, for instance in 2015 at the Foundation Hermes in Tôkyô. Her works are in public and private collections, mainly in Japan and Europe, among them the Daimler Collection Holding Tôkyô.

In 2009, Asako Tokitsu realized an installation-project in a Japanese teahouse on the site of Tôkyô National Museum, the famous Ôkyokan, a traditional building in the shoin sukuri style with fusuma paintings by the famous Edo-time painter Maruyama Ôkyo (1733–1795) who lived and worked in Japan in the 18th century. In my Art Space she also worked directly on the wall and the windows, using oil crayon and charcoal. If one hadn’t any information whatsoever and saw Asako Tokitsu’s work in my Art Space for the first time, one would not immediately identify it as a work by a Japanese artist. The artist sees her work at first in an international minimalist context and only more recently as a specifically Japanese work (on this aspect see the artist talk with Alexander Hofmann and Claudia Delank).

Asako Tokitsu’s site-specific artistic practice is based on the line. The dynamic line and space are the two constituting elements of her work. Thus she uses space as a canvas for her line installations. The Japanese line with a varying ductus was a revelation for Western artist at the end of the 19th century. Henry van de Velde (1863–1957) spoke of the “discovery of the forces of the line and the dynamic expression”. This tension between the modulating brushstrokes and the empty space was new to Western painters. Lines on their own are characterized by minimal form on one hand and utmost expression on the other. The surrounding empty space is as important as the painted one in the modulating line and the empty space. The beauty of the space left empty is called yohaku in Japanese (lit. “the beauty of the blank”). Another well-known example of Japanese art where the empty space plays an important role is the dry landscape garden (karesansui garden) with its composition of stones and empty space. The karesansui garden, is—based on an elementary structural form or formula—a composite of intervals set in rhythm with space that is, a composition of spaces (Japanese ma). As a Zen garden of monochrome Zen Painting, suiboku-ga or sumie, closely related, both are considered “to lift”, to be an aid of meditation. In Zen painting, like the stones or stone groups in raked sand or gravel, the brush strokes emerge as markings from the emptiness of the white surface (kûhaku), the “unmarked state”. In this sense, the karesansui garden and ink painting are structurally identical.

Both the dynamic line and the empty space inbetween are at the very center of Asako Tokitsu’s work. These elements also played a strong role in the Western reception of Japanese art in the late 19th and early 20th century, the so-called “Japonisme”. As for Asako Tokitsu, the line within the architectural space is the vital element in her art executed not in the traditional media of ink on paper in a calligraphic mode with modulating ductus, but directly on the wall with charcoal and oil crayon. The artist combines a Western technique with specific elements of Japanese art. Thus her work can be seen, to some extent, as a form of Reversed Japonisme.

Claudia Delank

Moving Space

Videos und Fotografie von Oscar Veyrunes und Yuge Zhou

Ausstellung
26.04.2019—06.06.2019
Kunstraum Claudia Delank | Bleibtreustr. 15–16, 10623 Berlin
Nach Vereinbarung

Eröffnung
Variationen für Querflöte mit Camilla Hoitenga

26.04.2019 | 19 Uhr
Kunstraum Claudia Delank | Bleibtreustr. 15–16, 10623 Berlin

Finissage
05.06.2019 | 19–21 Uhr
Kunstraum Claudia Delank | Bleibtreustr. 15–16, 10623 Berlin

Öffnungszeiten während des Gallery Weekends 2019
Fr., 26.04.2019 | 19–21 Uhr
Sa., 27.04.2019 | 11–19 Uhr
So., 28.04.2019 | 11–19 Uhr

Die beiden Videokünstler Oscar Veyrunes (*1992 in Grenoble, Meisterschüler an der Universität der Künste Berlin) und Yuge Zhou (*1985 lebt und arbeitet in Chicago) bearbeiten urbane Bildwelten in ihren eigenen Chiffren und Sequenzen zum Thema Urbanität.
Während die chinesische Künstlerin Yuge Zhou und ihrem Video „Underground Circuit“ (2017) die quadratische Form gewählt hat, in der sie einem buddhistischen Mandala ähnlich bewegte Bilder in die einzelnen Bildkompartimente setzt, wie z.B. die Fächer wedelnden Frauen oder die Trommler in dem Mittelsegment. Wie im Mandala sind verschiedene Sphären der menschlichen Existenz dargestellt, hier in einem urbanen Kontext. Das Mandala ist im Buddhismus ein Schaubild, das dazu dient, komplexe religiöse Zusammenhänge verinnerlichen zu können. Yuge Zhou überträgt die Mandalastruktur auf den Kontext des täglichen Lebens, den sie damit archetypisiert und gleichzeitig erdet.
Yuge Zhou, die in Chicago lebt und arbeitet, erforscht in ihren Arbeiten das urbane Umfeld als kollektiven Rhythmus menschlicher Aktivitäten in ihren Räumen.
Sie hat den Master of Fine Arts der School of the Art Institute in Chicago und den Master of Engeneering der Syracus University New York. Ihre Arbeiten wurden in vielen nationalen und internationalen Ausstellungen in den USA, Japan und Europa präsentiert.

Beide Künstler haben für sich eine Sprache der bewegten Bilder gefunden, die sie schnittpunktartig einsetzen.
Oskar Veyrunes hat in seinen Tag- und Nachtbildern in dem Video „A l’atelier“ (2017) Sequenzen der S-Bahnfahrten von seiner Wohnung zum Atelier in den großen Atelierfenstern der Akademie in Bewegung gesetzt. Berliner Alltagsszenen und Stadtlandschften, die äußere Welt der S- Bahnstrecke werden in Beziehung mit seiner inneren Welt gesetzt. Im two-plane Verfahren lenkt er assoziativ den inneren Prozess seiner Arbeit auf die äußeren bewegten Bilder: Dabei tauchen immer wieder bekannte Gebäude auf, wie das Haus mit der Malerei des großen Baumes, Lichterkasskaden, Passanten, der Bahnsteig am Bahnhof Zoo, vertraute und unbekannte Orte und Wegstrecken.
Die Bilder der sich spiegelnden raschen S-Bahnfahrten in Tag- und Nachtbildern werden als ein Stream of Consciousness in das Atelier hineingeholt und durch die doppelten Bildschirme wieder nach außen projeziert. Dieser Prozess des Innen und Außen der Bilder schildert den eigentlichen schöpferischen Prozess selbst und lädt den Betrachter ein, seine eigenen Bildsequenzen in Bewegung zu setzen.

(Dr. Claudia Delank)

Oscar Veyrunes, A l’atelier, 2017, 2-Channel HD Video
Oscar Veyrunes, A l’atelier, 2017, 2-Channel HD Video
Yuge Zhou, Underground Circuit, 2017
Yuge Zhou, Underground Circuit, 2017